"Goldjungs": Die Devisenspekulationen der Herstatt-Bank

Der ARD-Film "Goldjungs" erzählt den ersten großen Bankencrash in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte.

Beruhend auf den wahren Begebenheiten der damals größten Privatbank Deutschlands zeigt die ARD in ihrem FilmMittwoch, am 5. Mai um 20.15 Uhr und bereits in der Mediathek, den Fernsehfilm "Goldjungs".

Darum geht's in "Goldjungs

24. Juni 1974: Die Herstatt-Bank meldet Insolvenz an. Der Direktor Iwan D. Herstatt (Waldemar Kobus) ist ratlos. Wie konnte es so weit kommen?

Ein Jahr zuvor beginnt die 20-jährige Marie Breuer (Michelle Barthel) ihre neue Stelle als Sekretärin beim stellvertretenden Leiter Ferdinand Baron von Broustin (Ulrich Friedrich Brandhoff). Diesen Job verdankt sie Irene Gerling (Leslie Malton), der Ehefrau des Bank-Besitzers Hans Gerling (Martin Brambach), die sich von Maries Mutter ihre Kleidung schneidern lässt. Doch trotz dieser wichtigen Fürsprache hat es Marie zunächst schwer. Der Baron ist ihr nicht gerade wohlgesonnen und missbraucht sie für seine Zwecke.

Der Stolz der Bank ist eine Gruppe junger Devisenhändler, die sogenannten "Goldjungs", die für glänzende Bilanzen sorgen. Der Anführer von ihnen ist Mick Sommer (Tim Oliver Schultz), ein junger Mann mit viel Selbstbewusstsein, einem schnellen Auto und einem ausschweifenden Partyleben. Marie fühlt sich zu ihm hingezogen. Gemeinsam geben sie sich wilden Exzessen hin und durchzechen die Nächte. Schließlich beschließt Marie, dass auch sie etwas vom großen Kuchen abhaben will und investiert bei Mick. Dabei greift sie nicht nur zu ihrem Ersparten, sondern setzt auch das gesamte Geld ihrer Mutter ein.

Hintergrund: Tim Oliver Schultz im Interview

Sie spielen einen Devisenhändler, der sehr viele Menschen um ihr Erspartes gebracht hat.

Mick Sommer würde jetzt sagen: „Na ja, spekulieren heißt nun mal, darauf zu wetten, dass etwas eintritt, was man nicht bestimmen kann. Und wenn mir die Leute ihr Geld geben, damit ich damit spekuliere und es vermehre, dann kann ich nichts dafür, wenn es sich nicht immer nur vermehrt, sondern eben auch mal etwas schief geht.“ Fakt ist, dass die Goldjungs tatsächlich viele Menschen reich gemacht haben. Dass das Geld von vielen Leuten dann auf einmal weg war, ist aber natürlich bitter und tut mir sehr leid. Wahrscheinlich sind Existenzen zugrunde gegangen, das ist total furchtbar.