"Polizeiruf 110": Die Katze kennt den Mörder

Letzter Einsatz als Streifenpolizistin in "Polizeiruf 110: Frau Schrödingers Katze": Verena Altenberger jagt eine mörderische Mieze.

Eine entlaufene Katze namens Pandora. Eine reizende ältere Dame. Ein kriminelles Ehepaar, das diese umbringen will. Und eine aufmerksame Polizistin, die zufällig zwischen die Fronten gerät. Das sind die Zutaten für "Polizeiruf 110: Frau Schrödingers Katze" (Sonntag, 20. Juni, 20.15 Uhr im Ersten), den letzten ARD-Sonntagabendkrimi vor der Sommerpause – und zugleich Verena Altenbergers letzten Einsatz als Streifenpolizistin in dieser Reihe.

Darum geht's im "Polizeiruf 110: Frau Schrödingers Katze"

Bei der Suche nach der verschwundenen Katze einer älteren Dame (Ilse Neubauer) trifft Polizistin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff (Verena Altenberger) zufällig auf Skaterin Vicky (Luna Jordan) – die kurz darauf tot ist. Wer hat die Jugendliche überfahren und Fahrerflucht begangen? Und weshalb sterben kurz darauf weitere Menschen, deren Weg Eyckhoff auf der Katzensuche kreuzte? Etwa ein diebischer Dealer (Valentino Fortuzzi) und ein korrupter Rechtsanwalt (Stephan Zinner). Um das Rätsel zu lösen, muss Bessie Denkmuster durchbrechen und in „Columbo“-Manier ergründen, warum Leichen ihren Weg pflastern.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil…

Dramaturgisch, so der Bayerische Rundfunk, sei dieser neue „Polizeiruf 110“ an die Quantenmechanik des berühmten Physikers Werner Heisenberg (1901 – 1976) angelehnt, ein Prinzip, demzufolge alles mit allem verbunden sei. Und tatsächlich scheinen die Verwicklungen in diesem gelungenen Krimi nicht nur mörderisch, sondern auch extrem raffiniert. So stellt sich etwa die Frage, ob Bessie in letzter Instanz die Schuld am Tod des Teenagers trägt, weil sie Katzensteckbriefe verteilte. Oder ob Frau Schrödinger tot wäre, wenn die Kommissarin nicht eingegriffen hätte.

Hintergrund: Verena Altenberger im Interview

Verena Altenberger nennt ihren neuen Fall „eine bayerische Gangsterkomödientragödie“. Im Gespräch mit der GOLDENEN KAMERA verrät sie obendrein: „Am Drehbuch schätze ich den subtilen Humor. Außerdem mochte ich die Idee, dass Bessie ähnlich einer Katze ruhig durch ihr Revier streift und lernt, auf ihre Instinkte zu hören.“

Doch welchen Denkanstoß gibt der Krimi? „Dass wir mit dem Dilemma leben müssen, nie vorhersehen zu können, ob unsere Entscheidungen positive Folgen haben“, so Altenberger. „Aber letztlich ist das auch okay, weil es nicht einzelne Taten sind, die gute oder schlechte Schwingungen erzeugen, sondern die Summe unserer Handlungen.“

Wie wird es mit Polizistin Bessie weitergehen? Altenberger verrät, dass sie bereits im nächsten Fall ihre Uniform an den Haken hängt: In dem kammerspielartigen Verhörraumkrimi, der bislang den Arbeitstitel „Bis Mitternacht“ trägt und von Starregisseur Dominik Graf ( „Im Angesicht des Verbrechens“) inszeniert wird, wechselt sie zur Kripo. Eine spannende Weiterentwicklung der Rolle! Mit Bessie alt zu werden kann sich die Schauspielerin dennoch nicht vorstellen – auch wenn sie anders als Kollege Charly Hübner noch nicht an einen Ausstieg beim „Polizeiruf“ denkt. Hübner will dort nur noch bis 2022 den Kommissar spielen, da er nicht auf die Rolle des Ermittlers festgelegt werden möchte. Auch Verena Altenberger liebt die Abwechslung. Ihre Darstellung der „positiv-geerdeten“ Ermittlerin sei deshalb auch „kein Projekt auf zehn Jahre“, sagt sie. Schade eigentlich! Authentische TV-Figuren wie Bessie gibt es zu selten. GOLDENE KAMERA wünscht ihr noch viele Einsätze. Und viele Drehbücher, die mit dem humorvollen Katzenkrimi mithalten können.